Turnverein  Therwil
 Fit mit Spass im Team

Die Turnfahrt vom 22. und 23. August 2020

Fangen wir gleich mit den Highlights an. Sie sind so zahlreich und mannigfaltig. Zuerst möchte ich Josef Hon erwähnen, der den langen Weg vom Solothurnischen Lommiswil bis nach Therwil unternommen hat. Seppi – ich glaube sagen zu können, dass dich alle mit denen du früher regelmässig geturnt und vor allem Volleyball gespielt hast vermissen. Natürlich verstehen wir deinen Weggang und wünschen dir und deiner Familie alles Gute und… insgeheim hoffen wir auf ein Wiedersehen, warum nicht bei der nächsten Turnfahrt im 2021.

Nun ist die Zeit gekommen, um etwas von der Reise zu erzählen. Abgefahren sind wir in Therwil mit dem Bus um halb acht. Es regnete etwas, aber jeder wusste, dass es bald wieder aufhören würde. 27 Männer standen da, mit Gepäck und Rucksack, unter ihnen sogenannte Lerchen und Eulen. (Das Adrenalin war zu jenem Zeitpunkt bei den Reisenden noch nicht überall gleichmässig verteilt). Die Fahrt führte uns nach Donaueschingen. Unterwegs dorthin informierte uns Werner über geografische und geschichtliche Aspekte vom Schwarzwald-Baar-Kreis, einem Landkreis in Baden-Württemberg. Hier entspringt sowohl die Donau als auch der Neckar. Daher wird der Baar-Kreis auch als Quellenland bezeichnet. Beide Flüsse nehmen unterschiedliche Wege. Die Quelle des Neckars befindet sich bei Villingen-Schwenningen und fliesst via Rhein in die Nordsee, während die Donau ihren Ursprung in Donaueschingen und Furtwangen hat und ins Schwarze Meer fliesst.

In Donaueschingen, nach etlichen Strassenumleitungen angekommen, kehrten  wir in der Konditorei/Café Reiter ein wo uns Kaffee und leckere Butterbretzel erwarteten. Da Pieder vor kurzem seinen 90. Geburtstag feiern konnte hat er uns zum Kaffee und den Butterbretzeln eingeladen. Lieber Pieder, herzlichen Dank für deine grosszügige Geste. Auch wenn es in letzter Zeit beim Gehen nicht mehr so unproblematisch wie in früheren Zeiten ist, so ist es auf jeden Fall ein Applaus wert, dass du an dieser Turnfahrt dabei bist.

Nach dieser Stärkung wurden wir einer Dame anvertraut, die mit uns durch Donaueschingen spazierte und uns mit einer Fülle von Informationen beglückte. Geblieben sind mir nur folgende Hinweise. Die Kirche ist im böhmischen Barockstil erbaut worden, eine wesentlich schlichtere Art, vergleicht man sie mit den uns bekannten anderen teilweise überladenen Barock-Kirchen. Der zweite Hinweis bezieht sich auf die sogenannte Quelle der Donau mitten im Städtchen. Diese „Konstruktion“ erinnert mich an eine meiner ersten Schulreisen nach Pompaples (zentrales Waadtland), wo eine Trennung zweier Flüsse (Nozon und Venoge) ersichtlich ist. Beide entspringen im Jura. Der eine kehrt plötzlich nach rechts in den Lac Léman , bzw. in die Rhone und ins Mittelmeer der andere zieht es vor, nach Norden in den Neuenburgersee, bzw. in die Nordsee zu fliessen. Der Ort, wo das passiert, heisst bezeichnenderweise „Le milieu du monde“.

Nach diesem Spaziergang – es tröpfelte ab und zu – ging es zum Mittagessen ins „Fürstenberg Bräustüble“, wo uns Maultaschen serviert wurden und wo wir in den Genuss eines Biers gespendet von Uschi gekommen waren. Auch dir, lieber Uschi danken wir herzlich für das Bier und wünschen dir von dieser Stelle nur das Beste und gute Genesung.

Nach dem Mittagessen ging es weiter mit dem Bus nach Weizen. Dort wartet eine Bahnfahrt der Extraklasse auf uns. Wir wurden zurückversetzt in alte Zeiten. Vor uns stand die „Sauschwänzlebahn“. Für die meisten unter uns war diese Begegnung neu. Sie führte uns durch die liebliche, hügelige Landschaft, gespickt mit Brücken und Tunnels. Langeweile kommt hier nicht auf. Der Beweis ist schnell erbracht: es wurde fotografiert was das Zeug hält!

Der Bus brachte uns dann bald in unser Nachtlager in Bad Dürrheim. Hier muss ich einflechten, dass das kleine Monster namens Covid-19 unseren Organisatoren Werner und Karl einen Streich spielte. Da das Hotel Rössle wegen Covid-19 seine Türen schloss mussten die beiden für uns kurzfristig eine neue Bleibe suchen. Diese Aufgabe haben sie meisterlich gelöst und im Sure Hotel by Best Western einen würdigen Ersatz gefunden. Hier in Bad Dürrheim verbrachten wir einen gemütlichen Abend und genossen am Sonntag-morgen das wunderbare Z’morge.

Nachdem wir nun alle gestärkt und voller Tatendrang waren, chauffierte uns Martin – das ist der Name unseres neuen Fahrers – ins schweizerische Klettgau zurück. Hier wurde gewandert und nicht mehr gefahren. Knappe zwei Stunden marschierten wir von der Siblinger Höhe zu den Reben von Hallau. Und dies geschah bei mildem Sonnenschein. Vor uns liegt das ganze Klettgau. In der Tat eine sehr schöne Gegend. Den Apéro konnten wir mitten in den Rebstöcken der Familie Külling geniessen, die sich neben dem önologischen Sachgebiet auch der Aufzucht von Damhirschen widmet. Hier muss ich noch eine lustige Bemerkung anbringen. Bei Pharma sind Kombinationspräparate unerwünscht. Dort heisst die Devise: 1 Medikament = 1 Wirkstoff. Beim Wein gilt dies aber noch nicht. Man „assembliert“ unterschiedliche Wein und formt eine cuvée. OK. ich gebe zu, dass der Vergleich etwas hinkt, da besagte Wirkstoffe ziemlich unterschiedliche Effekte erzielen. Zu Mittag gegessen wurde auch bei den Küllings in der Hirschbeiz in Hallau. Dort wurde uns ein sehr gutes Hirschessen geboten und wir nahmen alle an der Degustation verschiedener cuvées teil. Alle Weine stammten natürlich aus der Gegend von Hallau. Nach dem Essen gab es die Möglichkeit zu Fuss einen Verdauungsmarsch ins Nachbardorf Trasadingen zu unternehmen. Von dort aus führte uns Martin wieder nach Deutschland zurück, wo uns in Erzingen Kaffee und Kuchen serviert wurden. Dann ging es endgültig in die Schweiz zurück und so gegen halb sieben Uhr waren wir alle wohlbehalten in Therwil angekommen.

 

Trotz Corona ist diese Turnfahrt bestens gelungen und ich glaube sagen zu können, dass sie allen sehr gefallen hat. Die Lösung mit dem Bus ist sehr praktisch und ermöglicht auch Leuten mitzukommen, die momentan nicht mehr so gut zu Fuss sind. Auf diese Weise bekommen auch sie etwas vom kameradschaftlichen Geist mit. Auch an dieser Stelle sei den beiden Organisatoren Werner und Karl ganz herzlich gedankt. Einmal mehr kann man nur Positives berichten. Martin – unserem Chauffeur – sei hier auch gedankt. Er hat uns sicher und kompetent durch die beiden Länder mit all den erzwungenen Umwegen geführt. Für mich steht heute schon fest: ich freue mich bereits auf die Turnfahrt 2021.

 Willy Lützelschwab